Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihre wichtigsten Geschäftsunterlagen in einem Schweizer Safe deponiert. Der Safe steht in der Schweiz, er trägt ein Schweizer Schloss, und das Mietunternehmen wirbt mit “höchsten Schweizer Datenschutzstandards”. Was Sie beim Unterschreiben des Vertrags vielleicht nicht gelesen haben: Das Unternehmen, das den Safe herstellt und betreibt, hat seinen Hauptsitz in den USA. Und nach amerikanischem Recht kann es von US-Behörden jederzeit gezwungen werden, den Safe zu öffnen – ohne Ihr Wissen, ohne Ihr Einverständnis, ohne dass Sie je davon erfahren.
Genau das ist die Situation, in der sich heute Millionen von Unternehmen in der Schweiz und Deutschland befinden. Sie nutzen Microsoft 365, Google Workspace, Salesforce, Slack, Dropbox oder HubSpot – und glauben, dass ein europäisches Rechenzentrum sie schützt. Ein Rechtsgutachten der Universität zu Köln, im März 2025 im Auftrag des deutschen Bundesinnenministeriums verfasst und im Dezember 2025 durch eine Informationsfreiheitsanfrage öffentlich geworden, räumt mit dieser Illusion auf. Schwarz auf weiss, mit juristischer Präzision: Der Serverstandort schützt nicht. Die US-Behörden haben Zugriff. Und die Datenschutzmechanismen, auf die sich viele verlassen, stehen auf tönernen Füssen.
Gleichzeitig zeigt ein aktueller Fall aus der Schweiz, wie ernst die Lage genommen wird: Die Stadt Zürich – eine der digitalisiertesten Verwaltungen des Landes – hat im Mai 2026 offiziell bestätigt, dass sie aktiv an einem Ausstieg aus Microsoft 365 arbeitet. Die Lizenzkosten haben sich in sieben Jahren vervierfacht. Der politische Druck von SVP bis SP ist enorm. Und das Stichwort, das in der Stadtregierung fällt, ist dasselbe, das in jedem ernsthaften IT-Strategie-Gespräch auftaucht: Vendor Lock-in.
Dieser Artikel erklärt, was das Uni-Köln-Gutachten konkret bedeutet, warum die Situation für Unternehmen in der Schweiz und Deutschland besonders heikel ist, was Vendor Lock-in wirklich kostet – und warum Zoho One als nicht-amerikanische, vollintegrierte Plattform eine strukturell überzeugende Antwort auf beide Probleme gleichzeitig bietet.
