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Es ist kein Crash. Es ist schlimmer: Es ist ein schleichender Kontrollverlust.

In einem Schweizer KMU läuft Zoho CRM seit drei Jahren. Am Anfang war es sauber. Ein paar Workflows, ein bisschen Lead Routing, eine Erinnerung fürs Angebotsnachfassen. Das Team war zufrieden, weil weniger vergessen ging. Die Geschäftsführung war zufrieden, weil das Reporting plötzlich plausibler wurde. Dann kam Wachstum: mehr Mitarbeitende, neue Produktlinien, ein zweites Team, vielleicht ein zusätzlicher Standort. Mit dem Wachstum kamen neue Regeln. Und neue Ausnahmen. Und neue „kannst du schnell…?“.

Heute, an einem Dienstagmorgen, passiert etwas, das im CRM so aussieht, als hätte es jemand bewusst geplant: Ein Deal wechselt die Stage, plötzlich werden Felder gesetzt, Aufgaben erstellt, ein Rabatt-Flag erscheint, ein interner Kommentar wird automatisch ergänzt, eine Benachrichtigung geht an jemanden, der mit dem Deal gar nichts zu tun hat. Der Sales Lead runzelt die Stirn. „Warum ist das jetzt passiert?“ fragt er. Niemand weiss es genau. Irgendjemand hat irgendwann eine Regel gebaut. Vielleicht war sie richtig. Vielleicht ist sie es nicht mehr. Sicher ist nur: Das System macht Dinge, die niemand mehr erklären kann.

In diesem Moment wird Automatisierung zum Risiko. Nicht weil Automatisierung schlecht ist, sondern weil Wartbarkeit plötzlich zählt. Ein KMU kann mit einfachen Regeln sehr weit kommen. Aber wenn Regeln und Sonderfälle wachsen, braucht es eine Entscheidung: Bleiben wir bei Standardmitteln wie Workflows, Blueprint und Validierungen, oder brauchen wir zusätzliche Logik, die über das hinausgeht? Und wenn ja: Ist Deluge in Zoho CRM der richtige Schritt oder ist es Overkill?

Deluge ist kein Statussymbol. Es ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug ist es dann sinnvoll, wenn es ein Problem löst, das du mit Standardmitteln nicht stabil lösen kannst. Der Rest ist Technikromantik, die im KMU meist teuer wird.

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