Zoho hat mit Zoho Campaigns 3.0 die grösste Überarbeitung seiner Marketing-Plattform seit Jahren angekündigt, aktuell als Beta-Version exklusiv für Partner verfügbar. Wer als kleines oder mittleres Unternehmen bereits mit Zoho Campaigns arbeitet oder eine Migration weg von US-Anbietern wie Mailchimp, Klaviyo oder HubSpot Marketing Hub erwägt, sollte sich die Neuerungen genauer ansehen. Denn hinter den vielen Detailverbesserungen steckt eine klare strategische Linie: Zoho will Campaigns von einem reinen E-Mail-Marketing-Tool zu einer echten Multichannel-Plattform ausbauen, die gleichzeitig einfacher zu bedienen und deutlich schneller ist.
Für Schweizer KMU ist das aus zwei Gründen relevant. Erstens verändert sich gerade, wie Kunden erreicht werden wollen: E-Mail allein reicht in vielen Branchen nicht mehr, WhatsApp und SMS gewinnen als Kommunikationskanäle an Bedeutung. Zweitens bleibt die Frage der Datensouveränität hochaktuell. Zoho ist im Gegensatz zu vielen US-amerikanischen Marketing-Tools nicht dem US Cloud Act unterstellt und positioniert sich konsequent DSGVO- und revDSG-konform. Eine leistungsfähigere, europataugliche Alternative zu den grossen US-Playern ist für viele Betriebe deshalb mehr als nur ein Nice-to-have.
Dieser Artikel geht die wichtigsten Neuerungen von Zoho Campaigns 3.0 im Detail durch und ordnet ein, wo der konkrete Mehrwert für KMU-Marketing liegt.
Darum geht es im Beitrag
- 1 Ein Werkzeug, drei Ziele: einfach, schnell, zuverlässig
- 2 Multichannel als neuer Standard: E-Mail, SMS und WhatsApp aus einem System
- 3 Der neue Template-Editor: mehr gestalterische Kontrolle
- 4 Segmentierung, die mit dem Unternehmen mitwächst
- 5 Analytics, die tatsächlich Antworten liefern
- 6 Tiefere CRM-Anbindung: von der Liste zur Kampagne in einem Schritt
- 7 Kontaktverwaltung: schneller importieren, besser nachvollziehen
- 8 Was noch fehlt und was als Nächstes kommt
- 9 Was das für Schweizer KMU konkret bedeutet
- 10
- 11 Häufig gestellte Fragen zu Zoho Campaigns 3.0
- 11.0.1 Ist Zoho Campaigns 3.0 bereits für alle Nutzer verfügbar?
- 11.0.2 Was ändert sich beim Versand von grossen E-Mail-Listen konkret?
- 11.0.3 Kann ich mit Zoho Campaigns 3.0 auch WhatsApp-Nachrichten verschicken?
- 11.0.4 Bleibt Zoho Campaigns DSGVO- und revDSG-konform?
- 11.0.5 Was passiert mit bestehenden Zoho-Campaigns-Konten, wenn Version 3.0 offiziell erscheint?
- 11.0.6 Lohnt sich für ein KMU der Umstieg von Mailchimp oder einem anderen US-Anbieter auf Zoho Campaigns?
- 11.1 Ist Zoho Campaigns etwas für Sie?
Ein Werkzeug, drei Ziele: einfach, schnell, zuverlässig
Zoho selbst beschreibt die Überarbeitung mit drei Leitgedanken: Die Bedienung soll einfacher werden, die Plattform soll spürbar schneller arbeiten, und die Zuverlässigkeit im Tagesgeschäft soll steigen. Das klingt zunächst nach einer Marketingfloskel, wird aber bei genauerem Hinsehen an sehr konkreten Zahlen festgemacht. Der Versand von 100’000 E-Mails, der in der bisherigen Version rund eine Stunde beanspruchte, dauert in Campaigns 3.0 noch 15 bis 20 Minuten. Der Import von 100’000 Kontakten schrumpft von rund 30 Minuten auf etwa 6 Minuten. Für ein KMU mit einer wachsenden Kontaktdatenbank oder für Marketingverantwortliche, die regelmässig grössere Listen aus dem CRM oder aus Veranstaltungen importieren, ist das keine Kleinigkeit. Wartezeiten bei Massenimporten oder -versänden sind in der Praxis ein ständiger Reibungspunkt, der Kampagnen verzögert und Ressourcen bindet.
Auch das Interface selbst wurde grundlegend überarbeitet. Die Listenansichten sind jetzt konsistent über die ganze Plattform hinweg gestaltet, mit eingebauten benutzerdefinierten Ansichten und erweiterten Filtermöglichkeiten. In der Praxis bedeutet das: Wer eine bestimmte Segmentierung, eine Kampagnenübersicht oder eine Kontaktliste immer wieder auf dieselbe Weise braucht, muss diese Ansicht nicht jedes Mal neu zusammenstellen, sondern kann sie speichern und teilen. Für Teams, in denen mehrere Personen im gleichen Zoho-Campaigns-Konto arbeiten, etwa eine Marketingverantwortliche und eine Aussendienstperson, die auf dieselben Kontaktsegmente zugreift, spart das im Alltag viele kleine, aber wiederkehrende Klicks.
Multichannel als neuer Standard: E-Mail, SMS und WhatsApp aus einem System
Die wohl grösste inhaltliche Neuerung betrifft die Kanalstrategie. Zoho Campaigns war bisher primär ein E-Mail-Tool mit rudimentärer SMS-Anbindung. In Version 3.0 wird WhatsApp als vollwertiger dritter Kanal integriert, und alle drei Kanäle lassen sich über eine gemeinsame Frequenzsteuerung koordinieren.
Beim E-Mail-Versand selbst wurde der Erstellungsprozess verschlankt. Listen und Segmente lassen sich jetzt inklusive Ausschlusskriterien kombinieren, sodass zum Beispiel eine Kampagne an alle aktiven Newsletter-Abonnenten ausser jenen gehen kann, die in den letzten 30 Tagen bereits eine andere Aktion erhalten haben. Vor dem Versand zeigt das System die exakte Empfängerzahl an, was Fehlversände durch falsch verstandene Segmentlogik reduziert. Neu ist ausserdem A/B-Testing, das gleichzeitig über Betreffzeile, Absenderadresse und Inhalt laufen kann, statt wie bisher nur über einzelne Variablen getrennt getestet werden zu müssen. Beim Reporting lässt sich für jede einzelne E-Mail der Zustellstatus nachvollziehen, also ob sie in der Warteschlange steht, zugestellt wurde, zurückgewiesen (Bounce) oder verzögert wurde. Diese granulare Transparenz ist besonders für KMU wertvoll, die ihre Zustellrate aktiv im Blick behalten müssen, etwa weil sie in Branchen mit strengeren Spam-Filtern (B2B, Finanzdienstleistungen) unterwegs sind.
WhatsApp als neuer Kanal erlaubt Massenkampagnen über genehmigte Vorlagen, WhatsApp-Schritte direkt innerhalb von Workflows sowie aktionsbasierte Nachrichten, etwa als automatische Bestätigung nach einer Formularanmeldung. Dazu kommt ein eigenes Reporting für Zustellung und Engagement auf diesem Kanal. Für Schweizer KMU, die im B2C-Umfeld tätig sind, etwa im Detailhandel, in der Gastronomie oder im Dienstleistungssektor, kann das die Öffnungs- und Reaktionsraten deutlich verbessern: WhatsApp-Nachrichten werden nachweislich häufiger und schneller gelesen als klassische Marketing-E-Mails. Der SMS-Kanal wurde ebenfalls überarbeitet, mit einem vereinfachten Gateway-Setup, einem übersichtlicheren Erstellungsprozess und besserem Reporting.
Entscheidend ist die kanalübergreifende Frequenzsteuerung (Frequency Capping). Sie verhindert, dass ein Kontakt innerhalb kurzer Zeit über alle drei Kanäle gleichzeitig mit derselben Botschaft bombardiert wird, ein Problem, das in vielen KMU-Marketingteams bislang manuell und fehleranfällig koordiniert werden musste, etwa über separate Excel-Listen oder Absprachen zwischen den Zuständigen für die einzelnen Kanäle.
Der neue Template-Editor: mehr gestalterische Kontrolle
Der E-Mail-Editor wurde komplett neu aufgebaut, nicht nur oberflächlich überarbeitet. Die wichtigste Neuerung ist die deutlich feinere Kontrolle über das Layout: Hintergrundfarben und -bilder, Abstände, Innenabstände, Rahmen und Layout-Einstellungen lassen sich jetzt pro Abschnitt einzeln steuern. Bisher war man bei vielen Editoren dieser Art an starre Blockstrukturen gebunden, die für gestalterisch anspruchsvollere Kampagnen schnell an ihre Grenzen stiessen. Mit der neuen Kontrolle lassen sich auch optisch ausgefeiltere E-Mails bauen, ohne dass man dafür HTML-Kenntnisse oder eine externe Design-Agentur braucht, ein Aspekt, der für viele KMU mit begrenztem Marketingbudget direkt Kosten spart.
Eine zweite wichtige Neuerung ist die dedizierte mobile Ansicht. Da der grösste Teil der Marketing-E-Mails inzwischen auf dem Smartphone geöffnet wird, lässt sich die mobile Version jetzt unabhängig von der Desktop-Version gestalten und feinjustieren. Das ist ein Detail, das in älteren E-Mail-Editoren häufig vernachlässigt wurde, wo die mobile Darstellung lediglich automatisch (und oft unbefriedigend) aus dem Desktop-Layout abgeleitet wurde.
Für die Zukunft angekündigt, aber noch nicht in dieser Beta-Version verfügbar, ist ein überarbeiteter dynamischer Content: Damit sollen sich einzelne Inhaltsblöcke innerhalb derselben E-Mail nach erweiterten Kriterien an unterschiedliche Zielgruppensegmente anpassen lassen. Das würde es zum Beispiel erlauben, in einem einzigen Newsletter unterschiedliche Produktempfehlungen für Neukunden und Bestandskunden auszuspielen, ohne mehrere Kampagnenversionen pflegen zu müssen.
Praktisch für den Alltag sind ausserdem wiederverwendbare Bookmarks, mit denen sich häufig genutzte Design-Blöcke (etwa eine Fusszeile mit rechtlichen Hinweisen oder ein Standard-Header) speichern und in jeder neuen Kampagne wiederverwenden lassen, kombiniert mit zentralen Design-Einstellungen, die für eine konsistente Markenoptik über alle Kampagnen hinweg sorgen. Neu ist auch der Zia Content Analyzer, eine KI-gestützte Funktion, die Rechtschreibung, Grammatik und inhaltliche Verbesserungsvorschläge liefert, bevor eine Kampagne verschickt wird, vergleichbar mit einem eingebauten Lektorat. Und schliesslich wurde der technische Code der generierten E-Mails schlanker gestaltet, was das Risiko von Darstellungsproblemen (Clipping) in gängigen E-Mail-Programmen reduziert und für eine konsistentere Darstellung über verschiedene Anbieter hinweg sorgt.
Segmentierung, die mit dem Unternehmen mitwächst
Die Segmentierungsfunktionen wurden ebenfalls ausgebaut. Zoho Campaigns 3.0 erlaubt es, mehrere Kriterien, Engagement-Metriken und verschachtelte Bedingungsgruppen miteinander zu kombinieren, bei gleichzeitig schnellerer Verarbeitung im Hintergrund. Für ein KMU bedeutet das die Möglichkeit, deutlich präzisere Zielgruppen zu definieren, etwa «Kontakte, die in den letzten 90 Tagen mindestens zwei E-Mails geöffnet haben, aus der Deutschschweiz stammen und noch keine Kaufhistorie im CRM aufweisen». Solche mehrstufigen Bedingungen waren in älteren Versionen technisch zwar teilweise möglich, aber umständlich zu konfigurieren und langsam in der Verarbeitung. Je feiner die Segmentierung, desto relevanter die Kampagne für den einzelnen Empfänger, was sich direkt auf Öffnungs- und Klickraten auswirkt, ein Zusammenhang, der in der E-Mail-Marketing-Praxis gut belegt ist.
Analytics, die tatsächlich Antworten liefern
Im Bereich Reporting und Analyse bringt Version 3.0 dedizierte Dashboards für E-Mail, SMS und WhatsApp, dazu ein Contact Dashboard und ein neues E-Commerce-Dashboard mit Kennzahlen zu ROI, Umsatz, Bestellungen und Warenkorbverhalten. Für KMU mit Online-Shop-Anbindung ist Letzteres besonders interessant, weil sich damit erstmals direkt in Campaigns nachvollziehen lässt, welche Kampagne tatsächlich zu Umsatz geführt hat, statt nur Öffnungs- und Klickraten als Zwischengrösse zu betrachten.
Auch die Integration mit Zoho Analytics wurde vertieft. Sämtliche Marketingdaten, jedes Kontaktfeld sowie die Aktivität über E-Mail, SMS, WhatsApp und Workflows hinweg, werden automatisch synchronisiert. Das erlaubt ein vereinheitlichtes Reporting und tiefere Auswertungen, ohne dass Daten manuell aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden müssen, ein Arbeitsschritt, der in vielen KMU bisher von Hand in Excel erledigt wurde und entsprechend fehleranfällig und zeitaufwendig war. Ergänzt wird das durch ein einheitliches Contact Scoring über alle drei Kanäle hinweg sowie ein zentrales UTM-Parameter-Management, das für konsistentes Tracking über verschiedene Kampagnen und Kanäle sorgt.
Tiefere CRM-Anbindung: von der Liste zur Kampagne in einem Schritt
Für Unternehmen, die bereits mit Zoho CRM arbeiten, dürfte die überarbeitete CRM-Synchronisation einer der praktisch relevantesten Punkte sein. Neu lassen sich entweder alle Kontakte oder gezielt nur jene, die bestimmten Kriterien entsprechen, aus dem CRM übernehmen. Benutzerdefinierte CRM-Ansichten können direkt als Mailinglisten importiert werden, sodass eine im CRM bereits definierte Filterlogik, etwa «alle Leads aus der Deutschschweiz mit Status qualifiziert», nicht ein zweites Mal in Campaigns nachgebaut werden muss. Kampagnen lassen sich zudem direkt aus CRM-Daten heraus erstellen, ohne die Anwendung wechseln zu müssen. Ergänzt wird das durch einen erweiterten Webhook-Support, mit dem Echtzeitdaten an externe Anwendungen weitergegeben werden können, etwa an ein Fulfillment-System oder ein individuelles Reporting-Tool.
Für KMU, die Zoho als integriertes Ökosystem aus CRM, Buchhaltung und Marketing nutzen, reduziert das den Pflegeaufwand deutlich. Der klassische Bruch zwischen «hier ist das CRM, dort ist das Marketing-Tool», der in vielen gewachsenen Tool-Landschaften zu doppelter Datenpflege und inkonsistenten Listen führt, wird kleiner.
Kontaktverwaltung: schneller importieren, besser nachvollziehen
Der Importprozess für Kontakte wurde von Grund auf neu gestaltet. Benutzerdefinierte Felder lassen sich direkt während des Imports anlegen, statt vorab in einem separaten Schritt definiert werden zu müssen. Die Importhistorie zeigt nun übersichtlich, welche Datensätze neu angelegt, welche aktualisiert und welche übersprungen wurden, inklusive der Gründe für übersprungene Einträge. Wer schon einmal einen fehlgeschlagenen Massenimport im Nachhinein Zeile für Zeile nachvollziehen musste, weiss, wie viel Zeit eine klare Fehlerübersicht sparen kann.
Dazu kommen teilbare, benutzerdefinierte Ansichten, eine ausführlichere Kontakt-Timeline sowie native Tagging-Funktionen, sowohl für einzelne Kontakte als auch für ganze Gruppen im Bulk-Verfahren. In Kombination mit der deutlich höheren Importgeschwindigkeit (6 statt 30 Minuten für 100’000 Kontakte) wird die Kontaktverwaltung damit von einer administrativen Nebentätigkeit zu einem Werkzeug, das im Tagesgeschäft tatsächlich genutzt werden kann.
Was noch fehlt und was als Nächstes kommt
Nicht alle Bereiche wurden bereits überarbeitet. Präferenzseiten (über die Empfänger ihre Kommunikationswünsche verwalten können) und Anmeldeformulare laufen aktuell noch auf der alten Oberfläche. Zoho hat angekündigt, diese bis zur öffentlichen Veröffentlichung ebenfalls zu überarbeiten. Für KMU, die aktuell mit der Beta arbeiten, bedeutet das, dass dieser Teilbereich vorläufig im gewohnten, älteren Look bleibt.
Auch bei den KI-Funktionen ist der Zia Content Analyzer erst der Anfang. Angekündigt sind erweiterte Programmierschnittstellen, damit Zoho MCP Connect nahtlos mit anderen KI-Modellen zusammenarbeitet, sogenannte Zia Agents für individuell zugeschnittene automatisierte Aktionen sowie generative KI-Funktionen direkt im Produkt zur schnelleren Erstellung hochwertiger Inhalte. Zoho betont dabei ausdrücklich, die einzelnen Funktionen erst dann zu kommunizieren, wenn sie tatsächlich verfügbar sind, statt frühzeitig zu viel zu versprechen, eine Haltung, die angesichts der oft überzogenen KI-Ankündigungen in der Branche wohltuend zurückhaltend wirkt.
Parallel zu Campaigns entwickelt Zoho auch die Zoho Marketing Automation weiter, mit einer noch engeren Anbindung an Zoho CRM für einen nahtlosen Übergang zwischen Marketing und Vertrieb. Zoho Campaigns soll dabei weiterhin als eigenständige, aber leistungsfähige Multichannel-Marketing-Plattform bestehen bleiben, nicht als reduzierte Variante innerhalb eines grösseren Systems.
Was das für Schweizer KMU konkret bedeutet
Für ein KMU, das seine Marketingprozesse professionalisieren will, ohne dafür ein grosses spezialisiertes Team aufzubauen, adressiert Zoho Campaigns 3.0 mehrere typische Engpässe gleichzeitig. Die deutlich höhere Geschwindigkeit bei Versand und Import reduziert Wartezeiten, die im Alltag oft unterschätzt werden, aber über das Jahr gerechnet erhebliche Zeit binden. Die Integration von WhatsApp als vollwertigem Kanal eröffnet gerade im B2C-Bereich neue Möglichkeiten, Kunden dort zu erreichen, wo sie tatsächlich aktiv sind, statt sich ausschliesslich auf E-Mail zu verlassen, deren Öffnungsraten in vielen Branchen seit Jahren rückläufig sind. Die vertiefte CRM-Integration reduziert doppelte Datenpflege und damit auch das Fehlerpotenzial, das bei manuell synchronisierten Listen entsteht.
Für Unternehmen, die aus datenschutzrechtlichen Überlegungen ohnehin eine Alternative zu US-amerikanischen Marketing-Tools suchen, wird Zoho Campaigns mit dieser Überarbeitung funktional konkurrenzfähiger. Bisher war ein häufiger Einwand gegen den Wechsel von Mailchimp oder ähnlichen Tools zu Zoho Campaigns, dass der Funktionsumfang bei Editor, Segmentierung oder Reporting spürbar hinter den etablierten US-Anbietern zurücklag. Mit Version 3.0 verkleinert sich dieser Abstand deutlich, während der grundlegende Vorteil der DSGVO- und revDSG-konformen Datenverarbeitung ausserhalb des US Cloud Act bestehen bleibt.
Gleichzeitig lohnt sich für KMU, die aktuell mit dem Gedanken an einen Wechsel oder eine Neueinführung spielen, ein realistischer Blick auf den Beta-Status: Präferenzseiten und Anmeldeformulare sind noch nicht überarbeitet, und einzelne angekündigte Funktionen wie der revamped dynamic Content sind noch nicht verfügbar. Eine Migration mitten in der Beta-Phase will gut geplant sein, insbesondere wenn bestehende Formulare und Präferenzseiten aktuell zentrale Touchpoints im eigenen Marketingprozess sind.
Häufig gestellte Fragen zu Zoho Campaigns 3.0
Ist Zoho Campaigns 3.0 bereits für alle Nutzer verfügbar?
Nein, aktuell handelt es sich um eine Beta-Version, die exklusiv für Zoho-Partner zugänglich ist. Interessierte können sich über ein Formular für einen dedizierten Testzugang anmelden. Ein Termin für die öffentliche Veröffentlichung wurde noch nicht kommuniziert.
Was ändert sich beim Versand von grossen E-Mail-Listen konkret?
Der Versand von 100’000 E-Mails dauert in Version 3.0 noch 15 bis 20 Minuten statt wie bisher rund eine Stunde. Für KMU mit wachsenden Verteilern verkürzt das die Zeit zwischen Kampagnenfreigabe und tatsächlicher Zustellung erheblich.
Kann ich mit Zoho Campaigns 3.0 auch WhatsApp-Nachrichten verschicken?
Ja, WhatsApp wird in Version 3.0 als vollwertiger dritter Kanal neben E-Mail und SMS eingeführt. Möglich sind Massenkampagnen über genehmigte Vorlagen, WhatsApp-Schritte innerhalb automatisierter Workflows sowie aktionsbasierte Nachrichten mit eigenem Reporting.
Bleibt Zoho Campaigns DSGVO- und revDSG-konform?
An der grundsätzlichen datenschutzrechtlichen Positionierung von Zoho ändert die neue Version nichts. Zoho verarbeitet Daten weiterhin ausserhalb des Geltungsbereichs des US Cloud Act und positioniert sich als DSGVO- sowie revDSG-konforme Alternative zu US-amerikanischen Marketing-Plattformen.
Was passiert mit bestehenden Zoho-Campaigns-Konten, wenn Version 3.0 offiziell erscheint?
Konkrete Angaben zum Migrationsprozess von bestehenden Konten hat Zoho noch nicht veröffentlicht. Zoho kündigt an, vor der öffentlichen Veröffentlichung zunächst Feedback aus der Beta-Phase einzuarbeiten und die Plattform zu stabilisieren, unter anderem im Rahmen eines geplanten Webinars für Partner.
Lohnt sich für ein KMU der Umstieg von Mailchimp oder einem anderen US-Anbieter auf Zoho Campaigns?
Das hängt vom individuellen Anwendungsfall ab, insbesondere davon, welche Kanäle, Integrationen und Automatisierungen aktuell im Einsatz sind. Mit den Neuerungen in Version 3.0 verkleinert sich der funktionale Abstand zu etablierten US-Anbietern spürbar, während der Vorteil der europataugliche Datenverarbeitung bestehen bleibt. Eine Einschätzung, ob und wann sich ein Wechsel konkret lohnt, hängt stark vom bestehenden Tool-Stack und den individuellen Anforderungen ab.
Ist Zoho Campaigns etwas für Sie?
Wer sich fragt, ob Zoho Campaigns 3.0 für die eigene Marketingstrategie sinnvoll ist oder wie sich ein bestehendes Zoho-Setup optimal auf die kommende Version vorbereiten lässt, ist herzlich eingeladen, das in einem unverbindlichen Gespräch zu klären.



