E-Mails und Newsletter galten lange als Relikte der digitalen Steinzeit. In Zeiten von TikTok, Instagram und LinkedIn schien das Medium E-Mail für viele Marketing-Profis und Content Creator endgültig ausgedient zu haben. Doch eine neue Generation von unabhängigen Autor:innen, Journalist:innen und Expert:innen beweist auf Substack das Gegenteil: Newsletter sind nicht nur quicklebendig, sondern können zu hochprofitablen Geschäftsmodellen werden. Monatliche Einnahmen von 20.000, 30.000 oder sogar mehr Franken sind keine Ausnahme, sondern für einige Top-Creator die Realität.
Wie funktioniert das Substack-Business? Was macht es für Content Creator so attraktiv? Und warum ist gerade jetzt der perfekte Zeitpunkt, um mit Newslettern ein profitables Business aufzubauen? Dieser Artikel liefert einen tiefen Einblick – mit Daten, Praxisbeispielen und konkreten Tipps aus der Substack-Szene.
Darum geht es im Beitrag
- 1 Was ist Substack?
- 2 Warum Newsletter? Die unterschätzte Macht des Posteingangs
- 3 Substack: Der perfekte Einstieg für Creator
- 4 Die Monetarisierung: Wie verdienen Creator auf Substack ihr Geld?
- 5 Praxisbeispiele: Wer verdient wie viel?
- 6 Erfolgsfaktoren für ein profitables Substack-Business
- 7 Mythen & Vorurteile: Ist E-Mail wirklich tot?
- 8 Warum zahlen Menschen für digitale Newsletter? Psychologie, Komfort und Qualität als Treiber
- 9 Herausforderungen und Fallstricke
- 10 Tipps für den Einstieg: So gelingt der Start auf Substack
- 11 Fazit: Substack als Business-Chance für die neue Creator Economy
Was ist Substack?
Substack ist eine Plattform, die es jedem ermöglicht, einen eigenen Newsletter zu starten, Abonnenten zu gewinnen und damit Geld zu verdienen – ohne technisches Vorwissen, ohne Werbebudget, ohne Publisher oder Verlagshaus im Rücken. Die Plattform übernimmt die komplette Infrastruktur: Versand, Zahlungsabwicklung, Abonnentenverwaltung und sogar Hosting für eine eigene Website.
Das Geschäftsmodell ist simpel: Creator:innen können ihre Inhalte kostenlos anbieten oder – gegen Bezahlung – exklusive Inhalte für zahlende Abonnenten veröffentlichen. Substack verdient 10% an allen Einnahmen. Der Rest bleibt beim Creator.
Warum Newsletter? Die unterschätzte Macht des Posteingangs
Viele Marketing-Trends kommen und gehen. Doch E-Mail bleibt ein direkter, persönlicher Kanal ohne Algorithmus-Barrieren. Während Social-Media-Plattformen die Reichweite von Posts willkürlich beschneiden und die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer schrumpft, landet ein Newsletter direkt im Posteingang – und damit in der ungeteilten Aufmerksamkeit der Leserschaft.
Die Vorteile auf einen Blick:
- Unmittelbarer Zugang zur Zielgruppe: Keine Abhängigkeit von Social-Media-Algorithmen.
- Eigentum an der Audience: Die E-Mail-Liste gehört dem Creator, nicht einer Plattform.
- Hohe Monetarisierungschancen: Abonnenten sind bereit, für hochwertigen, exklusiven Content zu zahlen.
- Langfristige Kundenbindung: Regelmäßige Newsletter schaffen Vertrauen und Loyalität.
Substack: Der perfekte Einstieg für Creator
Der große Erfolg von Substack liegt in der radikalen Vereinfachung des Newsletter-Geschäfts. Die Plattform bietet alles, was für den Start nötig ist:
- Intuitive Bedienung: Keine Programmierkenntnisse erforderlich.
- Flexible Monetarisierung: Kostenlose, gemischte oder rein bezahlte Newsletter möglich.
- Transparente Zahlungsabwicklung: Automatisiertes Handling von Zahlungen, Rechnungen und Stornos.
- Community-Features: Kommentare, Diskussionen und Empfehlungen fördern das Wachstum.
- Eigene Domain: Optional kann der Newsletter auf einer eigenen Webadresse gehostet werden.
Die Monetarisierung: Wie verdienen Creator auf Substack ihr Geld?
Das Herzstück des Substack-Business ist das Abonnement-Modell. Leser:innen können einen Newsletter kostenlos abonnieren oder für exklusive Inhalte eine monatliche oder jährliche Gebühr zahlen. Die gängigsten Preismodelle liegen zwischen 5 und 15 Euro (bzw. CHF) pro Monat.
Zusätzlich gibt es weitere Monetarisierungsmöglichkeiten:
- Sponsoring & Werbung: Unternehmen bezahlen für Erwähnungen im Newsletter.
- Affiliate-Links: Provisionen für vermittelte Produkte oder Dienstleistungen.
- Digitale Produkte: E-Books, Kurse, Webinare oder Beratungsangebote.
Einige der erfolgreichsten Substack-Publikationen verdienen so sechsstellige Summen im Jahr. Laut Analysen von Casandra Campbell (Quelle: reallygoodbusinessideas.com) gibt es Dutzende Substack-Newsletter, die mehr als 1 Million Dollar Jahresumsatz erzielen. Die Top 10 in jeder Kategorie erreichen regelmäßig fünf- bis sechsstellige Monatsumsätze.
Praxisbeispiele: Wer verdient wie viel?
- Top-Publikationen: Laut Datenanalysen erzielen manche Substack-Newsletter über 1 Million Dollar Jahresumsatz. Das gelingt vor allem in Nischen wie Politik, Wirtschaft, Technologie oder Lifestyle.
- Mittelfeld: Viele Creator berichten von monatlichen Einnahmen zwischen 2.000 und 10.000 Dollar – oft mit weniger als 2.000 zahlenden Abonnenten.
- Einstieg: Schon mit 100 zahlenden Abonnenten à 10 CHF/Monat sind 1.000 CHF monatlich erreichbar – ein attraktiver Nebenverdienst.
Die Konversionsrate – also der Anteil der Leser:innen, die vom kostenlosen zum bezahlten Abonnement wechseln – liegt laut Substack-Analysen im Schnitt bei 5–10%. Entscheidend ist hier die Qualität des Contents und die Beziehung zur Zielgruppe.
Erfolgsfaktoren für ein profitables Substack-Business
1. Klare Positionierung & Nische
Erfolgreiche Newsletter bedienen eine klar umrissene Zielgruppe und bieten einen unverwechselbaren Mehrwert. Beispiele:
- Insider-Analysen für die Tech-Branche
- Finanz-Tipps für Selbständige
- Persönliche Essays zu gesellschaftlichen Themen
2. Kontinuität & Qualität
Regelmäßige, hochwertige Inhalte sind der Schlüssel. Substack empfiehlt einen festen Veröffentlichungsrhythmus – z.B. wöchentlich oder zweiwöchentlich.
3. Community-Building
Kommentare, Diskussionen und Empfehlungen sind integrale Bestandteile von Substack. Wer seine Community aktiv einbindet, steigert die Loyalität und die Zahlungsbereitschaft.
4. Transparente Monetarisierung
Offene Kommunikation über Preise, Mehrwert und exklusive Inhalte erhöht die Konversionsrate. Viele erfolgreiche Creator setzen auf „Freemium“: ein Teil der Inhalte ist kostenlos, Premium-Content gibt es nur für zahlende Abonnenten.
5. Growth-Hacks & Kooperationen
Empfehlungen durch andere Newsletter, Gastbeiträge und gezieltes Networking beschleunigen das Wachstum. Substack unterstützt dies mit Features wie „Recommendations“ und „Notes“.
Mythen & Vorurteile: Ist E-Mail wirklich tot?
Die Behauptung, E-Mail und Newsletter seien tot, hält einer datenbasierten Analyse nicht stand. Im Gegenteil: Die Öffnungsraten für hochwertige Newsletter liegen oft bei 40–60% – ein Wert, von dem Social-Media-Posts nur träumen können. Die Zahlungsbereitschaft für exklusive Inhalte steigt kontinuierlich, besonders in B2B- und Wissens-Nischen.
Warum zahlen Menschen für digitale Newsletter? Psychologie, Komfort und Qualität als Treiber
Die Zahlungsbereitschaft für digitale Inhalte – und damit auch für Substack-Newsletter – ist ein vielschichtiges Thema. Während viele Nutzer:innen noch zögern, Geld für digitalen Journalismus auszugeben, gibt es eine wachsende Gruppe, die bereit ist, für kuratierte, qualitativ hochwertige Angebote zu zahlen. Die Daten zeigen: Je positiver die Einstellung zum digitalen Journalismus und je grösser das Vertrauen in die Anbieter, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer:innen ein kostenpflichtiges Angebot abschliessen.
Die wichtigsten Gründe für Zahlungsbereitschaft im Überblick:
-
Kuratierte Inhalte statt Informationsüberflutung: In einer Welt des ständigen Nachrichtenstroms und der „Informationsüberdosis“ schätzen zahlende Leser:innen die Übersichtlichkeit und Abgeschlossenheit eines Newsletters – ähnlich wie früher bei der gedruckten Tageszeitung. Sie vertrauen darauf, dass für sie relevante Themen ausgewählt und aufbereitet werden, ohne selbst lange suchen zu müssen.
-
Wahrgenommene Qualität und Seriosität: Kostenpflichtige Angebote gelten als hochwertiger: Sie bieten mehr Tiefe, Hintergrundinformationen und weniger reißerische Schlagzeilen. Viele Nutzer:innen nehmen an, dass bezahlte Inhalte weniger von Werbung und Klickoptimierung abhängig sind – und deshalb seriöser und relevanter erscheinen.
-
Komfort und Nutzererlebnis: Bezahlte Newsletter bieten oft ein angenehmeres Leseerlebnis: bessere Navigation, Archivfunktionen, Offline-Zugriff und Personalisierungsmöglichkeiten. Auch ein weitgehend werbefreies Umfeld wird als Vorteil wahrgenommen.
-
Schutz vor ungefilterten Meinungen: Viele Nutzer:innen wünschen sich eine klare Trennung zwischen professionellem Journalismus und unqualifizierten Nutzerkommentaren. Kuratierte Newsletter schützen vor der „Überflutung“ durch Meinungen aus sozialen Netzwerken oder Kommentarspalten.
-
Teilen im Haushalt: Die Möglichkeit, ein Abonnement mit mehreren Personen (z. B. innerhalb der Familie) zu nutzen, erhöht den wahrgenommenen Wert.
-
Direkter Nutzwert: Exklusive Inhalte, die einen Informationsvorsprung liefern, Zeit sparen oder konkrete Entscheidungshilfen bieten (z. B. Wirtschaftsanalyse, lokale Informationen), steigern die Zahlungsbereitschaft.
-
Ideelle Unterstützung: Viele zahlen, weil sie unabhängigen Journalismus oder die Arbeit einzelner Creator:innen als unterstützenswert empfinden – unabhängig vom konkreten Nutzwert.
Trotz dieser Vorteile bleibt die Zahlungsbereitschaft in Deutschland (und vergleichbaren Märkten wie der Schweiz) insgesamt noch verhalten. Die Mehrheit der Online-Nutzer:innen gibt an, es sei unwahrscheinlich, zukünftig für digitale Inhalte zu zahlen. Unsicherheit und mangelndes Vertrauen in Medienanbieter bremsen die Entwicklung. Doch die Daten zeigen auch: Wer einmal einen vertrauenswürdigen, hochwertigen Newsletter gefunden hat, ist bereit, dafür zu zahlen – insbesondere, wenn Komfort, Qualität und persönlicher Mehrwert stimmen.
Für Substack-Creator ergibt sich daraus eine klare Strategie: Transparenz, Vertrauensaufbau, klare Positionierung und ein echtes, kuratiertes Nutzererlebnis sind die wichtigsten Stellschrauben, um aus Lesern zahlende Fans zu machen.
Herausforderungen und Fallstricke
Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Die größten Herausforderungen für Substack-Creator:
- Anfangswachstum: Die ersten 100 Abonnenten sind oft die härteste Hürde.
- Content-Disziplin: Kontinuität und Qualität erfordern Zeit und Durchhaltevermögen.
- Monetarisierungsdruck: Nicht jeder Newsletter wird sofort profitabel.
- Abhängigkeit von einer Plattform: Substack übernimmt zwar die Technik, aber die Kontrolle über die Infrastruktur bleibt beim Anbieter.
Tipps für den Einstieg: So gelingt der Start auf Substack
- Nische finden: Für wen möchtest du schreiben? Welches Problem löst du?
- Kostenlos starten: Baue zuerst eine loyale Leserschaft auf, bevor du Premium-Inhalte anbietest.
- Storytelling nutzen: Persönliche Geschichten schaffen Nähe und Vertrauen.
- Netzwerk aktivieren: Bitte Freunde, Kolleg:innen und andere Newsletter-Creator um Empfehlungen.
- Daten analysieren: Nutze die integrierten Analytics, um Inhalte und Monetarisierung zu optimieren.
Fazit: Substack als Business-Chance für die neue Creator Economy
Substack steht exemplarisch für einen Paradigmenwechsel im digitalen Publishing: Unabhängigkeit, Direktkontakt zur Leserschaft und echte Monetarisierungsmöglichkeiten für Content Creator. Wer Expertise, Leidenschaft und Disziplin mitbringt, kann mit Newslettern ein nachhaltiges, profitables Business aufbauen – auch (oder gerade) im Zeitalter von Social Media.
Die Zahlen sprechen für sich: E-Mail und Newsletter sind alles andere als tot. Sie erleben – dank Plattformen wie Substack – eine Renaissance und bieten Content Creators neue, lukrative Wege, ihr Wissen und ihre Stimme zu monetarisieren.
Quellen:
- https://www.reallygoodbusinessideas.com/p/start-here-for-substack
- Verlinkte Artikel und Analysen auf reallygoodbusinessideas.com (u. a. Substack-Statistiken, Monetarisierungsmodelle, Praxisbeispiele)
Möchtest du tiefer einsteigen? Die genannten Quellen bieten Playbooks, Templates und detaillierte Analysen für alle, die ihr eigenes Substack-Business starten oder skalieren wollen.




