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Die Banken haben ihre Hausaufgaben rund 4 Monate vor dem Ende des Einzahlungsscheines erledigt. Nicht nur sind sie bereits seit der Einführung der Schweizer QR-Rechnung im Juni 2020 in der Lage, selbige zu Zahlungen zu verarbeiten, sondern sie schöpfen ihr Effizienzpotenzial darüber hinaus zu grossen Teilen aus.

Einige Banken haben ihr Angebot wesentlich breiter aufgestellt. Andere beschränken sich auf das notwendige Minimum. Da viele Banken die Entwicklung von Services rund um die QR-Rechnung noch nicht abgeschlossen haben, kann die folgende Analyse nicht als abschliessende Betrachtung gewertet werden. Sie spiegelt lediglich den aktuellen (Zwischen-)Stand wider. Jedoch zeigt sich schon jetzt: Einige Banken sind kundenorientiert, andere betreiben Minimalaufwand – auf Kosten der Unternehmen.

Wo steht die Schweiz in Sachen QR-Rechnung?

Man begegnet der Schweizer QR-Rechnung im Alltag immer häufiger. Aber damit ist es nicht getan. Es braucht Partner im Zahlungsverkehr, die die technische Grundlage bereitstellen, damit die Vorteile einer digitalen Lösung auch genutzt werden können. Neben Software-Anbietern sind es insbesondere auch die Banken, die liefern müssen.

Aber wo stehen wir da? Welche Banken sind bereit und welche müssen noch Hausaufgaben machen? Die Studie von QR Modul.ch gibt Aufschluss. Sie zeigt auch, dass gewisse Finanzinstitute die Kunden bewusst in eine Kostenfalle tappen lassen. Eine Zahlung kann bei diesen Instituten bis zu 2-3% kosten. Wir zeigen, wie Sie dies verhindern können.

Bankangebot für Rechnungsempfänger

Besonders kundenfreundlich sticht die PostFinance hervor, die nicht nur ihren eigenen Kunden, sondern auch Dritten die Nutzung ihres Online-Zahlteilgenerators erlaubt.

Als sehr innovativ zeigen sich die Banken, die die Verarbeitung von QR-Rechnungen im PDF-Format offerieren. Sie ermöglichen so die medienbruchfreie Verarbeitung von der Rechnungsstellung bis zur Zahlung. Und sie schliessen die Lücken für einen durchgängig digitalen Prozess.

Dank dieses Angebots steht das Bezahlen einer QR-Rechnung der eBill in punkto Bequemlichkeit in nichts mehr nach. Im Gegenteil: Wer die Rechnungsdetails betrachten will, hat es einfacher, wenn er eine Rechnung als PDF-Anhang per E-Mail erhält. Ein Doppelklick zum Öffnen genügt. Bei der eBill sind hierfür Logins und Downloads auf der Webseite des Rechnungsstellers nötig.

10 der 39 untersuchten Banken bieten diesen Service bereits heute oder stehen kurz vor dem Go Live, 2 weitere prüfen ihn:

Grafik 1 QR Modul für QR Rechnung Schweiz Banken mit PDF Verarbeitung

Quelle: QRModul.ch / 2022

Ausserdem lassen sich die folgenden drei wichtigen Aussagen ableiten:

  • Alle Banken bieten eine Scanfunktion in ihrer Mobile-Banking-App
  • Die meisten Banken bieten die Option, ein externes Lesegerät für das E-Banking am PC einzusetzen
  • Nur wenige Banken nutzen die PC- oder Laptop-Kamera für Scans des Schweizer QR-Codes

Bei den meisten übernimmt das Smartphone die Funktion eines Lesegeräts. Dieser Workaround löst zwar das Scan-Problem im E-Banking, macht aber umständliches Hantieren mit zwei unterschiedlichen Geräten nötig. Je nach Bank muss sich der Zahlungspflichtige für jeden Rechnungsscan wiederholt in die Mobile-App einloggen. Das läuft der effizienten Erfassung der Zahlungen zuwider.

Bankangebot für Rechnungssteller

Bei der Betrachtung der Lösungen für Rechnungssteller, also für KMU, Selbständige, Vereine und Spendenorganisationen, variieren die Angebote zwischen den Banken stark. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass einige Banken die alte Welt der Einzahlungsscheine relativ fantasielos 1:1 auf die QR-Rechnung übertragen haben, während sich andere Banken stärker mit den veränderten Rahmenbedingungen auseinandersetzen.

Als ausgesprochen innovativ heben sich die UBS und die Banque Cantonale Vaudoise von der Konkurrenz ab. Beide bieten eine Upload-Funktion für Debitorenlisten (Excel), sodass QR-Zahlteile für verschiedene Rechnungsempfänger in Serie erzeugt werden können. Diese Angebotslücke geschlossen haben auch die Bank WIR und die Raiffeisenbank. Sie bieten diesen Service zwar nicht selber, kooperieren aber mit Drittanbietern und vergünstigen die Nutzung der entsprechenden Lösungen für Ihre Kunden.

Kostenfalle Blanco QR-Zahlteil

Insbesondere die Serienfunktion ist bei den Schweizer QR-Rechnungen noch wichtiger als bei den Einzahlungsscheinen. Die Rechnungssteller können neutrale Zahlteile nämlich nicht nachträglich am eigenen Drucker mit fehlenden Angaben ergänzen. Einmal gedruckt, können sie den Swiss QR-Code nicht mehr verändern.

Die Spezifikationen der SIX Group AG geben zwingend vor, dass die Daten im Swiss QR-Code mit den Klartextangaben übereinstimmen müssen. QR-Zahlteile sollten daher von Beginn an komplett erstellt werden, inklusive Angaben zum Rechnungssteller und zum Betrag. Fehlen diese Angaben, müssen Rechnungssteller und -empfänger gewichtige Nachteile in Kauf nehmen: Erster bezahlt bei Zahlungen am Postschalter für die nachträgliche Erfassung der fehlenden Angaben eine Zusatzgebühr von CHF 0.84 pro Zahlung (zusätzlich zur Schaltereinzahlungsgebühr). Letzterer ist gezwungen, die Angaben selber handschriftlich zu ergänzen.

Zusätzliche Gebühr von 0.84 CHF pro QR-Zahlteil, wenn Angaben fehlen.

Erwähnenswert ist, dass ca. die Hälfte der Banken weiterhin einen Bestellservice für vorgedruckte Papierbelege anbietet, obwohl er kostenintensiv ist und für die meisten Rechnungssteller kaum einen Mehrwert hat. Alle Exemplare einer solchen Belegbestellung sind nämlich – abgesehen von der Referenznummer – identisch. Welche Nachteile fehlende Angaben zum Rechnungsempfänger und zum Betrag haben, wurde oben erwähnt. Für Firmenkunden, die mehrere verschiedene Empfänger bedienen müssen, und für Firmen, die ihren Kunden einen einwandfreien Service auch bei wenigen Rechnungen bieten wollen, ist dieser Service praktisch nutzlos.

Nachfolgende Tabelle zeigt, dass etwas mehr als die Hälfte der Banken die Möglichkeit bieten, vollständig ausgefüllte QR-Zahlteile, also Zahlteile, die sowohl die Angaben des Rechnungsstellers als auch des -empfängers enthalten, online zu erstellen und als PDF und/oder Bilddatei herunterzuladen.

Quelle: QR Modul.ch / 2022

 

Ein Blick auf die Zukunft des Schweizer Zahlungsverkehrs

In den letzten 10 Jahren sind zahlreiche neue Anbieter auf dem Zahlungsverkehr-Markt entstanden. Ein vormals als «verstaubt» verschrienes Feld der Finanzwelt hat sich dank neuer Technologien, insbesondere durch Mobile-, E-Banking und Onlineshopping, stark verändert. Innovative Fintechs konkurrieren um einen Anteil am Kuchen, der mit über einer Milliarde Rechnungen, die alleine in der Schweiz verschickt werden, grosses Potenzial bietet.

Hinzu kommen die Transaktionen an der Ladenkasse, im Restaurant und beim Onlineshopping. Während die Anbieter von QR-Rechnungslösungen und die Netzwerkpartner der eBill um die klassischen Rechnungssteller buhlen, kämpfen relativ junge Anbieter wie TWINT, Apple Pay, Samsung Pay und andere gegen die klassischen Debit- und Kreditkarten.

Es scheint, als gäbe es für jeden denkbaren Fall, bei dem Geld von einer zur anderen Person verschoben wird, eine eigene Lösung. Die Frage ist nur: Wer blickt da noch durch? Lohnt es sich überhaupt, so viele parallele Infrastrukturen aufrecht zu erhalten? Eines ist klar: Am Schluss bezahlen die Endkunden.

Chancen der neuen Entwicklungen

Mit dem Eintritt in die digitale Zahlungsverarbeitung wagt die QR-Rechnung den Schritt aus der analogen Welt der Einzahlungsscheine und verbessert die Bequemlichkeit beim digitalen Bezahlen signifikant. Insbesondere die weiter oben beschriebene Option, eine Schweizer QR-Rechnung im PDF-Format direkt ins E-Banking ziehen zu können und damit Medienbrüche zu verhindern, stellt einen wichtigen Meilenstein dar.

Damit ist die QR-Rechnung das einzige Verfahren, das sowohl die analoge als auch die digitale Welt effizient bedienen kann. Rechnungssteller müssen sich in Anbetracht dessen die Frage stellen, ob sie mit einem Wechsel zu einem rein digitalen Kanal wie der eBill allenfalls zuviel Spielraum preisgeben.

Wenn man zusätzlich berücksichtigt, dass der Interbankenzahlungsverkehr in der Schweiz bald die Möglichkeit bieten wird, Zahlungen in Echtzeit abzuwickeln, drängen sich weitere Gedankenspiele auf. Denn wie die SIX Group AG bereits im September 2021 kommuniziert hat, plant sie zusammen mit der Schweizerischen Nationalbank die Einführung von Instant Payments im August 2024.

Wenn Bank-zu-Bank-Zahlungen in Echtzeit abgewickelt werden, erhält der Rechnungsempfänger die Gutschrift innert Sekunden, nachdem der Zahlungspflichtige sie ausgelöst hat. Damit könnte diese Transaktionsart auch für den Detailhandel interessant werden – sowohl im Laden als auch im Onlineshop.

Denn wenn ein Händler in bestimmten Fällen sowieso QR-Rechnungen schreibt, was würde dann dagegen sprechen, den Swiss QR-Code auch gleich an der Ladenkasse einzusetzen? Der Kunde würde sein Smartphone zücken, den QR-Code in seiner Mobile-Banking-App scannen und die Zahlung freigeben. Der Händler erhielte die Bestätigung des Zahlungseingangs sofort – ähnlich wie bei TWINT, Apple Pay oder Samsung Pay – aber ohne Umweg über Drittapplikationen, die einen Anteil am Umsatz für sich abzweigen. Sprich deutlich günstiger. Wieso sollte der Händler diese Zahlungsarten noch pflegen, wenn alle Transaktionen über einen einzigen Standard, die Schweizer QR-Rechnung, abgewickelt werden könnten?

Ein einziger Standard oder verschiedene Anbieter?

Die Zukunft wird zeigen, wohin die Reise geht. Einerseits führt es zu mehr Innovation, wenn verschiedene Anbieter miteinander konkurrieren. Auf der anderen Seite erhöhen x-verschiedene Infrastrukturen nicht nur die Komplexität, sondern auch die Kosten für die Rechnungssteller.

Gerade in einem Bereich wie dem Zahlungsverkehr, bei dem eine einzige, aber dafür omnipotente Infrastruktur völlig ausreichend wäre, stellt sich die Frage, was den Beteiligten am meisten Nutzen bringt. Es wird sich zeigen, ob sich die verschiedenen Anbieter halten können. Oder ob der Trend sich in Richtung elegante Einfachheit eines einzigen Standards entwickelt.

Wenn letzteres einträfe, könnte die aufregende Zeit im Zahlungsverkehrsmarkt bald vorüber sein. Und es zöge wieder die biedere Stabilität der vergangenen Jahrzehnte ein, was für Zahlungspflichtige nicht unbedingt ein Nachteil wäre.

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Zudem profitieren Sie natürlich auch von allen Annehmlichkeiten von QR Modul selber. Sie können zum Beispiel einzelne oder serienbasierte QR-Rechnungen erstellen und via E-Mail oder Lettershop versenden. Das bedeutet weniger Aufwand, schnelleren Rechnungsversand und schneller mehr Liquidität. Dies zahlt sich für KMU aus und spart die Strafgebühr für fehlende Angaben.

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