Disruption Talk Benchmarking Was Schweizer Unternehmen mit geringem Digitalisierungsbedarf von solchen mit hohem Bedarf lernen können
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Die Digitalisierung ist längst allgegenwärtig – und betrifft wirklich jedes nur denkbare Unternehmen in sämtlichen Branchen. Allerdings lässt es sich nicht von der Hand weisen, dass sich der Umfang des Digitalisierungsbedarfs von Firma zu Firma erheblich unterscheiden kann. 

Denken Sie etwa an einen Dachdeckerbetrieb oder an einen Winzer. Natürlich können selbst derartige Betriebe von einer Digitalisierung profitieren. Ihr diesbezüglicher Bedarf rangiert jedoch realistisch gesehen deutlich hinter – beispielsweise – einem Metallbaubetrieb, der von einer leistungsfähigen Vielachsen-CNC-Fräse über Laser und Wasserstrahlschneidemaschinen bis hin zu digital gesteuerten Beschichtungsanlagen zahlreiche Digitalsysteme nutzt. 

Wenn Sie selbst ein solches eher analoges Unternehmen leiten, sollten Sie sich jedoch nicht zu sehr auf diesen geringeren Bedarf zurückziehen. Es gibt einige Dinge, die Sie hier lernen können, um Ihr Unternehmen insgesamt leistungsfähiger und zukunftssicherer zu machen. 

Was Sie sich von hochdigitalisierten Firmen Abschauen können

Hier sind 3 Tipps für Unternehmer, die trotz augenscheinlich geringem eigenem Digitalisierungsbedarf nach vorn schauen und ihren Betriebserfolg in einer digitalen Zukunft bewahren möchten:

Winzer Digitalisierungsbedarf

Foto von W PRODUCTION auf Adobe Stock

 

 

 

 

 

 

  1. Schreiben Sie das Thema für sich nicht ab

Für Ihren Betrieb genügt es derzeit, wenn ein Computer mit Internetanbindung, eine Website und moderne Buchhaltungssoftware vorhanden sind – und dennoch können Sie sich ohne Probleme auf dem Markt behaupten?

Dann ist Ihr Unternehmen definitiv eines derjenigen, das nicht andauernd am Puls der digitalen Zeit bleiben muss. Just in dieser Tatsache lauert jedoch eine grosse Gefahr: Viele Besitzer derartiger Betriebe wähnen sich im Glauben, diese Phase würde „ewig“ weiterdauern. „Ich habe heute keinen grossen Digitalisierungsbedarf, also wird es auch übermorgen so sein.“ 

Um zu sehen, warum derartiges Denken brandgefährlich ist, lohnt ein Blick in die Frühtage der Digitalisierung: Damals, als alles noch mit Lochkarten funktionierte, rentierte sich Digitaltechnik tatsächlich nur für sehr grosse Unternehmen; etwa in der Industrie. Selbst der in der Einleitung erwähnte, heute hochdigitalisierte Metallbauer wird damals wahrscheinlich geglaubt haben, dieses Thema sei für ihn völlig uninteressant.

Hierzu sollten Sie jedoch ein sehr wichtiges Marktprinzip kennen: Disruptive Innovation. Vereinfacht gesprochen bedeutet es, durch Risikobereitschaft eine radikale Innovation zu betreiben. Stellen Sie sich nun vor, wie es wohl dem ersten Metallbaubetrieb ging, der eine digitale CNC-Fräse anschaffte:

  • Aufgrund der hohen Investitionskosten wurde er wahrscheinlich von Konkurrenten verlacht. 
  • Plötzlich konnte er Produkte anfertigen, die mindestens um ein Vielfaches schneller herzustellen waren als bei einer menschlichen Bearbeitung – und wahrscheinlich präziser und wiederholgenauer. Also drei der Kernkompetenzen der Digitalisierung.
  • Dadurch konnte er zu einem Bruchteil der bisherigen Stückkosten produzieren. Die CNC-Fräse hatte sich rasch amortisiert, er wurde höchstwahrscheinlich ein sehr gefragter Betrieb.

Wenn Ihr Unternehmen jetzt einen geringen Digitalisierungsbedarf hat, wird es ganz ähnlich aussehen – und höchstwahrscheinlich Ihre Konkurrenten ebenso denken. Wenn Sie sich jedoch nicht auf diesem Status ausruhen, sondern immer auf der Suche nach Lösungen bleiben, die Ihre Firma dennoch stark digitalisieren, könnten Sie dereinst disruptive Innovation in Reinform betreiben – und vielleicht sämtliche Konkurrenten ausstechen.

2. Digitalisieren Sie zuerst dort, wo es Innen am meisten nützt

In einer Zeit, in der die unternehmerische Digitalisierung so weit fortgeschritten ist, scheint es, als würde für jede nur denkbare Nische des Tagwerks eine digitale Lösung bereitstehen – natürlich ebenfalls für Unternehmen, deren diesbezüglicher Bedarf eigentlich gering ist. 

Hier ist es jedoch nötig, zu unterscheiden: 

  • Ja, es gibt für praktisch jede gewerbliche Aufgabe mittlerweile eine digitale Lösung.
  • Nein, nicht alles davon macht generell oder wenigstens in jedem Unternehmen gleichermassen Sinn. 

Einfach gesprochen: Wer keinen Rasen hat, für den ist selbst der simpelste Mähroboter überflüssig. 

Wenn Sie jedoch das Motto aus dem ersten Kapitel beherzigen möchten, dann sollten Sie vor allem in denjenigen Bereichen nach Lösungen suchen, in denen eine Digitalisierung Ihrer Firma besonders nützen würde, etwa:

  • Lohn- und Herstellungskosten,
  • Personal Rekrutierung,
  • Datenverarbeitung (CRM),
  • Sicherheit,
  • Marketing,
  • Büroautomation,
  • Arbeitstempo und/oder
  • Arbeitsergebnis.

Denn Digitalisierung spart zwar auf lange Sicht immer Geld. Kurzfristig bedeutet sie jedoch Investitionen und Umstellungen – die mitunter kurzfristige Umsatzeinbussen zur Folge haben können. Basierend auf unseren Erfahrungen sind Investitionen in 12-18 Monaten refinanziert… Anschliessend erhöhen Sie den Gewinn!

Ergo: Wenn Sie stark digitalisieren und disruptiv innovativ sein möchten, dann schlagen Sie an einem Punkt zu, an dem die Technik maximale positive Auswirkungen für Ihr Kerngeschäft haben wird – anstelle an anderen Stellen zu digitalisieren, wo die Auswirkungen deutlich weniger spürbar sind. 

Mehr Digitalisierungsbedarf als erwartet

Foto von Seventyfour auf Adobe Stock

3. Fürchten Sie sich nie davor, sich massgeschneiderte Lösungen bauen zu lassen

Warum arbeitete die damalige Android Inc. 2004 an einem Betriebssystem für Digitalkameras? Weil die Gründer a) folgerichtig die künftige Bedeutung von Digitalfotografie erkannten, aber b) der in der Retrospektive völlig korrekten Meinung waren, es gäbe kein Betriebssystem, das für diese neue Fotowelt geeignet sei. 

Zwar wurde nichts aus dem Kamera-Betriebssystem, vielmehr ist Android heute das global mit Abstand wichtigste mobile Betriebssystem (interessanterweise jedoch nicht in der Schweiz). Dennoch können Sie aus dieser Geschichte sehr viel lernen:

Das ganze Unternehmen wurde nur eröffnet, weil seine Gründer eine massgeschneiderte Lösung brauchten. Niemand anderes konnte diese zur damaligen Zeit liefern, also taten sie es selbst – oder planten es wenigstens. 

Vielleicht sehen Sie aktuell nur deshalb kein grosses Digitalisierungspotenzial für Ihr Unternehmen, weil es am Markt keine Individuallösung gibt. Das bedeutet jedoch nicht, dass es so bleiben muss. Zu oft schon in der Geschichte wurde jemand lediglich deshalb erfolgreich, weil er sich nicht mit dem Status quo abgab, sondern sich eine massgeschneiderte Lösung für sein Problem verschaffte, wohingegen alle anderen zögerten. Scheuen Sie sich deshalb niemals, ebenfalls nach einer solchen zu suchen und sie in Auftrag zu geben. Sprechen Sie uns ungeniert an, wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten auf wie Sie kosteneffizient digitalisieren.

Wenn Sie diese 3 Tipps beherzigen, können Sie selbst als ein Unternehmen, das aktuell keinen Bedarf für eine umfassendere Digitalisierung hat oder sieht, gelassen in die Zukunft blicken – solange Sie zumindest nicht annehmen, dieser geringe Bedarf würde sich noch über viele Jahre weiterziehen. Digitalisierungsbedarf gibt es in jeder Branche!

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