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Sehen Sie schwierige Zeiten nicht nur negativ. Ein Abschwung kann auch als Chance gesehen werden, sich neu zu erfinden und das Unternehmen zu verbessern. Versuchen Sie daher, Ihre Ängste klein zu halten und stattdessen über Ihr Geschäft und Ihren Ansatz nachzudenken.

Treten Sie einen Schritt zurück und analysieren Sie, was Sie bisher getan haben. Fragen Sie sich dann: “Wie positioniere ich mich in diesem Szenario?“ Dieses Vorgehen ist es, was einen erfolgreichen Unternehmer ausmacht und was Sie in schwierigen Zeiten erfolgreich sein lässt. Wir haben sechs Tipps für Sie, wie Sie dabei vorgehen sollten.

Wie man in schwierigen Zeiten erfolgreich ist

Hier sind 6 Tipps für Unternehmer, die einen Geschäftsrückgang in eine Chance verwandeln wollen:

Mit diesen Tipps bleiben Sie in schwierigen Zeiten erfolgreich.

Foto von kelisa Bernard auf Unsplash

1. Verstehen Sie die sich ändernden Bedürfnisse und Erwartungen Ihrer Kunden

In Zeiten des Abschwungs wenden viele Unternehmer ihre Aufmerksamkeit instinktiv von den Kunden ab und konzentrieren sich auf das Überleben ihres Unternehmens. Es ist jedoch enorm wichtig, den Kunden zuzuhören und zu verstehen, inwiefern sich ihre Bedürfnisse ändern.

Diese Gespräche mit Ihren Kunden werden dazu beitragen, Ihr Unternehmen und seine Produkte und Dienstleistungen neu zu positionieren, damit sie in einen sich verändernden Markt passen.

Als die COVID-19-Krise im März 2020 ausbrach, wurden so einige Unternehmen in den Krisenmodus gestürzt. Es gab jedoch auch einige Firmen, die kreativ reagiert haben. Für Veranstaltungstechnik gab es zum Beispiel schlagartig keinen Bedarf mehr. Daher hat die Aarauer Firma Smarttec Ihre Fahrzeuge und Mitarbeiter mit einem Lebensmittelgrosshändler für Heimlieferungen geteilt. Sie hat die Situation zu ihren Gunsten genutzt und Sharing von Personal und Ressourcen im B2B implementiert.

Ein zweites Beispiel für kreatives Reagieren zeigt die Palo Alto SA. Das Unternehmen hat sein 3D-Drucker genutzt, um Schutzmasken für die Tessiner Gesundheitsdienste zu produzieren. 

2. Bauen Sie Ihre Kostenstruktur für die neue Realität um

Wenn sich Nachfrage und Kundenbedürfnisse ändern, müssen Sie Ihr Budget und Ihren Cashflow-Plan neu anpassen. Eine Strategie stellt zum Beispiel sofortiges Kostensenken dar. Sie können die Chance jedoch auch nutzen, um strategische Zukäufe von Firmen zu tätigen.

Vielleicht ist es Zeit, Ihre Gewinn- und Verlustrechnung Zeile für Zeile durchzugehen und nach Fixkosten zu suchen, die in variable Kosten umgewandelt werden können. Dies schafft zusätzliche Flexibilität in einem unsicheren Markt.

Können Ihre Mitarbeiter und Sie zum Beispiel von zu Hause aus arbeiten anstatt in einem angemieteten Büro (Fixkosten sparen)? Oder können Sie in einen Co-Working-Space umziehen, dessen Kapazität je nach Bedarf erhöht oder verringert werden kann?

Weitere Möglichkeiten, um Fixkosten zu senken, sind:

  • Vertrags- oder Teilzeitbeschäftigte anstatt unbefristeter Vollzeitbeschäftigter einstellen
  • Mit Vertriebshändlern oder Vertretern zusammenarbeiten  – im Gegensatz zu einem eigenen Vertriebsnetz
  • Mehr Subunternehmer einsetzen, wie z. B. Unternehmen, die gegen eine Gebühr Lagerhaltung anbieten
  • Ausrüstung mieten statt kaufen

Eine Neubewertung Ihrer Kosten und die Neuverhandlung von Verträgen werden Barmittel freisetzen. Im Laufe der Zeit könnte diese relative Stärke Investitionsmöglichkeiten eröffnen, zum Beispiel, wenn ein Unternehmen Vermögenswerte liquidieren muss.

3. Nutzen Sie digitale Technologien

Die Coronakrise hat uns gezeigt, dass Unternehmen eine digitale Strategie brauchen, um in schwierigen Zeiten erfolgreich zu sein.

Fragen Sie sich, ob Prozesse automatisiert werden können oder ob Technologie Ihnen helfen kann, Kosten zu reduzieren. Denn es ist immer besser, Routine-Arbeiten zu automatisieren und die knappen Fachkräfte dort einzusetzen, wo Sie einen echten Mehrwert bringen.

Schauen Sie sich Software für Büro-, Marketing- und Verkaufsautomatiserungen an oder Tools für digitale Kommunikation. So können Sie möglicherweise neue Kunden erreichen und ihnen den Zugang zu Ihrem Unternehmen ermöglichen. Wichtig ist dabei, dass die Software vollintegriert ist, damit Sie keinen grossen Integrationsaufwand haben und weniger Schnittstellen brauchen. 

4. Überprüfen Sie Ihren Personalbedarf

Die schwankende Nachfrage nach Ihren Produkten oder Dienstleistungen sowie sich ändernde Erwartungen der Kunden an das Serviceniveau werden Ihren Personalbedarf beeinflussen.

Möglicherweise brauchen Sie jetzt nicht mehr so viele Mitarbeiter wie früher. Auch die Art und Weise, wie Sie ihre Aufgaben erledigen, könnte sich ändern. Ein Kundendienstmitarbeiter, der sich früher persönlich mit den Kunden getroffen hat, arbeitet jetzt vielleicht von zu Hause und nutzt Applikationen, um Kunden auf deren Smartphone anzuleiten, eine Maschine zu reparieren.

Sie müssen außerdem prüfen, ob Ihre Mitarbeiter in der Lage sind, Ihr Unternehmen voranzubringen, und ob Sie es sich leisten können, sie weiter zu beschäftigen. Die Schweiz hat wunderbare Instrumente, um mit Kurzarbeit Krisen überbrücken zu können. Unzufriedene Mitarbeiter sind in Krisen ab und an schneller bereit, etwas Neues zu wagen. Eine Chance für Sie?

5. Prüfen Sie Ihre Immobilien

Der Abschwung hat möglicherweise Ihren Bedarf an Räumlichkeiten verändert. Fragen Sie sich, ob Ihr Unternehmen erfolgreich remote arbeiten kann.

Der Nachteil von Immobilien sind die Kosten. Der Vorteil ist die informelle Kommunikation.

Betrachten Sie die Vor- und Nachteile Ihrer Situation genau. Die Umstellung auf Fernarbeit wird erhebliche Auswirkungen auf Ihren Führungsstil haben. Goal-setting und regelmässige Meetings werden noch wichtiger werden, um die Produktivität der Mitarbeiter zu gewährleisten.

Remote haben Vorgesetzte nicht die Möglichkeit, die Anwesenheit der Mitarbeiter zu kontrollieren. Aber die Anwesenheit ist keine Garantie für Produktivität. Vielmehr müssen Sie resultatorientiert führen, wenn Sie in schwierigen Zeiten erfolgreich sein wollen.

6. Zeigen Sie Führungsstärke

Eine starke Führung und eine klare Vision sind der Schlüssel zum Erfolg in einer Krise.

Als Chef sind Sie vielleicht verunsichert über die Situation. Aber zeigen Sie, dass Sie eine Vision haben und wissen, wohin Sie wollen.

Besonders wichtig ist dies bei Mitarbeitern, Lieferanten, Kreditgebern und Kunden. Wenn Sie diese wichtigen Interessengruppen einbeziehen, können Sie vorankommen und ihnen Sicherheit für die Zukunft geben. 

Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten – sie alle sind gestresst. Sie suchen nach einer Führung, die das Vertrauen wiederherstellt. Alle sind ängstlich, und deshalb ist die Vermittlung einer klaren Vision besonders wichtig.

Vor einigen Jahren war ich bei einer grossen Schweizer Bank. Damals gab es gerade die Lehmann-Krise. Wir wussten nicht genau, was in den nächsten Wochen kommt, haben damals aber entschieden, die Ziele der Berater komplett zu streichen und nur noch ein Ziel zu setzen: Kunden anrufen. Jeder Berater musste seine Kunden anrufen, ihnen zuhören und zeigen, dass die Bank für ihre Kunden da sind. Solche Reaktionen zeigen Führungsstärke und sind die Voraussetzung für den ersten Punkt: Bedürfnisse und Erwartungen Ihrer Kunden zu verstehen.

Wenn Sie diese 6 Tipps beherzigen, hat Ihr Unternehmen eine gute Chance, in schwierigen Zeiten erfolgreich zu sein.

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