Digitale Geschäftsmodelle für unabhängige Content Creator erleben einen Boom – und Newsletter sind dabei eines der spannendsten Felder. Während Substack in den USA für Furore sorgt, hat sich mit Steady eine deutschsprachige Alternative etabliert, die speziell auf die Bedürfnisse von Publishern, Podcastern und Newsletter-Autor:innen im DACH-Raum zugeschnitten ist. Immer mehr Medienschaffende, Blogger:innen und Podcaster:innen nutzen Steady, um sich von Werbeeinnahmen unabhängig zu machen und mit ihrer Community wiederkehrende, planbare Umsätze zu erzielen.
Was macht Steady besonders? Welche Möglichkeiten bietet die Plattform – und wie gelingt der Weg zur erfolgreichen Monetarisierung? Dieser Artikel beleuchtet die Chancen, Herausforderungen und Erfolgsstrategien für alle, die mit Newslettern, Podcasts oder Online-Magazinen Geld verdienen wollen.
Darum geht es im Beitrag
- 1 Was ist Steady? – Überblick und Funktionsweise
- 2 Monetarisierungsmöglichkeiten: Wie lässt sich mit Steady Geld verdienen?
- 3 Praxisbeispiele: Wie viel lässt sich mit Steady verdienen?
- 4 Warum Steady? Vorteile für deutschsprachige Creator
- 5 Erfolgsfaktoren: Wie gelingt der Aufbau einer profitablen Paid Community?
- 6 Chancen und Herausforderungen: Paid Newsletter als Zukunftsmodell?
- 7 Vergleich: Steady vs. Substack
- 8 Tipps für den Start: So gelingt der Einstieg mit Steady
- 9 Fazit: Steady als nachhaltige Plattform für unabhängige Creator
Was ist Steady? – Überblick und Funktionsweise
Steady ist eine Berliner Plattform, die es Content Creators ermöglicht, ihre Arbeit direkt durch ihre Community finanzieren zu lassen. Das Prinzip: Leser:innen, Hörer:innen oder Fans werden zahlende Mitglieder und erhalten im Gegenzug exklusive Inhalte, Vorteile oder Community-Zugang. Steady eignet sich für Newsletter, Blogs, Podcasts, Magazine und andere digitale Projekte.

Kernfunktionen von Steady:
- Einfache Integration von Paywalls für Newsletter, Podcasts und Artikel
- Verschiedene Mitgliedschaftsmodelle (monatlich, jährlich, verschiedene Preispakete)
- Direktes Hosting von Inhalten möglich
- Automatisierte Zahlungsabwicklung inkl. SEPA-Lastschrift (besonders wichtig im deutschsprachigen Raum)
- Rechnungsstellung nach deutschem Recht
- Datenschutzkonforme Verarbeitung (DSGVO)
- Community-Features wie Mitgliederbereich, Kommentarfunktionen, Newsletter-Integration
Steady positioniert sich damit als lokale, rechtssichere und nutzerfreundliche Alternative zu Substack, Patreon oder internationalen Angeboten wie Beehiiv und Ghost.
Monetarisierungsmöglichkeiten: Wie lässt sich mit Steady Geld verdienen?
Das Herzstück von Steady ist das Mitgliedschaftsmodell: Fans unterstützen ihre Lieblingsprojekte mit regelmässigen Beiträgen und erhalten dafür exklusive Inhalte oder Vorteile. Die wichtigsten Monetarisierungswege im Überblick:
1. Paid Newsletter
Newsletter sind das wohl dynamischste Feld für Paid Content. Über Steady lassen sich kostenlose und kostenpflichtige Newsletter kombinieren. Exklusive Ausgaben, Hintergrundanalysen, persönliche Insights oder Spezialformate können hinter einer Paywall angeboten werden – und sorgen so für wiederkehrende Einnahmen.
2. Podcasts
Podcaster:innen können über Steady exklusive Episoden, werbefreie Versionen oder Community-Zugang anbieten. Die Plattform unterstützt Premium-Feeds, die sich direkt in Spotify & Co. einbinden lassen – ein Vorteil gegenüber vielen US-Alternativen.
3. Online-Magazine und Blogs
Auch klassische Blogs und Magazine profitieren: Artikel, Dossiers oder Archivzugänge können als Mitgliedervorteil gestaltet werden. Die Community-Finanzierung sorgt für Planbarkeit und Unabhängigkeit von Werbekunden.
4. Weitere Einnahmequellen
Viele Projekte kombinieren Steady mit anderen Umsatzquellen wie Werbung, Merchandise, Ticketverkäufen oder digitalen Produkten. Die Mitgliedsbeiträge sind dabei oft die stabilste und planbarste Säule.
Praxisbeispiele: Wie viel lässt sich mit Steady verdienen?
Die Plattform veröffentlicht regelmässig Zahlen zu den erfolgreichsten Paid Communities. Hier einige Beispiele (Stand: 2025):
- Stay Forever (Podcast über Retrogames): 3.345 Mitglieder unterstützen das Projekt mit über 25.000 Euro monatlich über Steady – dazu kommen weitere 26.000 Euro über Patreon.
- Übermedien (Medienmagazin): 7.300 zahlende Mitglieder, mindestens 43.800 Euro Monatsumsatz allein über Steady.
- Auf ein Bier (Spielemagazin-Podcast): 6.291 Mitglieder, knapp 40.000 Euro monatlich.
- Kack & Sachgeschichten (Popkultur-Podcast): 7.563 Mitglieder, 32.800 Euro pro Monat.
- Plötzblog & Brotschau (Backblog): Über 7.000 Mitglieder, geschätzte Einnahmen zwischen 30.000 und 70.000 Euro monatlich.
Diese Zahlen zeigen: Erfolgreiche Paid Communities können fünf- und sechsstellige Jahresumsätze erzielen – und das oft mit vergleichsweise kleinen Teams.
Warum Steady? Vorteile für deutschsprachige Creator
1. Lokalisierung und Rechtssicherheit
Steady punktet mit SEPA-Lastschrift, deutscher Rechnungsstellung und DSGVO-Konformität – ein echter Vorteil gegenüber internationalen Plattformen, vor allem für Unternehmen und professionelle Publisher.
2. Community-Effekte
Rund 30 Prozent der neuen Steady-Abonnenten kommen über Empfehlungen anderer Steady-Projekte. Das deutschsprachige Ökosystem unterstützt so das Wachstum und die Vernetzung.
3. Transparenz
Viele Projekte machen ihre Mitgliederzahlen und Umsätze öffentlich – ein starker Vertrauensfaktor und Motivation für neue Unterstützer:innen.
4. Flexibilität
Ob Blog, Podcast oder Newsletter: Steady ist nicht auf ein Format beschränkt und ermöglicht kreative Monetarisierungsmodelle.
Erfolgsfaktoren: Wie gelingt der Aufbau einer profitablen Paid Community?
1. Klare Nische und Zielgruppe
Erfolgreiche Projekte bedienen eine klar umrissene Zielgruppe und bieten echten Mehrwert. Ob Fach-Newsletter, Popkultur-Podcast oder Foodblog – Spezialisierung zahlt sich aus.
2. Kontinuität und Qualität
Regelmässige, hochwertige Inhalte sind Pflicht. Mitglieder erwarten exklusive, gut recherchierte Formate, die sie anderswo nicht bekommen.
3. Community-Building
Interaktion mit der Community, Mitglieder-Events, Q&A-Sessions oder exklusive Foren stärken die Bindung und erhöhen die Zahlungsbereitschaft.
4. Transparente Kommunikation
Offenheit über Ziele, Finanzen und Mehrwert schafft Vertrauen und motiviert zur Unterstützung.
5. Flexibles Pricing
Verschiedene Mitgliedschaftsmodelle (z. B. Basis, Premium, Supporter) sprechen unterschiedliche Zielgruppen an und erhöhen die Reichweite.
Chancen und Herausforderungen: Paid Newsletter als Zukunftsmodell?
Chancen
- Planbare Einnahmen: Mitgliedsbeiträge sorgen für finanzielle Stabilität.
- Unabhängigkeit: Keine Abhängigkeit von Werbekunden oder Plattform-Algorithmen.
- Direkter Draht zur Zielgruppe: Newsletter und Podcasts landen direkt im Posteingang oder Feed der Mitglieder.
- Wachsender Markt: Die Zahlungsbereitschaft für digitale Inhalte steigt, besonders für kuratierte, exklusive Angebote.
- Kombinierbarkeit: Paid Communities lassen sich mit anderen Geschäftsmodellen (Werbung, digitale Produkte, Events) verbinden.
Herausforderungen
- Hohe Erwartungen: Mitglieder erwarten echte Exklusivität und Mehrwert.
- Content-Disziplin: Regelmässige Produktion hochwertiger Inhalte erfordert Zeit und Ressourcen.
- Wachstum: Die ersten 100 zahlenden Mitglieder sind oft die grösste Hürde.
- Abwanderung: Kündigungen und wechselnde Zahlungsbereitschaft sind Teil des Geschäfts.
- Transparenz: Öffentliche Zahlen können auch Druck erzeugen.
Vergleich: Steady vs. Substack
- Sprache & Zielgruppe: Steady ist klar auf den deutschsprachigen Raum ausgerichtet, Substack primär international/englisch.
- Zahlungsmethoden: SEPA-Lastschrift, deutsche Rechnungen und DSGVO-Konformität sprechen für Steady.
- Formate: Steady erlaubt Podcasts, Blogs und Newsletter – Substack fokussiert stärker auf Newsletter.
- Community-Features: Steady bietet einen eigenen Mitgliederbereich und Community-Tools.
- Gebühren: Steady nimmt 10% Provision, ähnlich wie Substack.
Tipps für den Start: So gelingt der Einstieg mit Steady
- Nische definieren: Wer ist deine Zielgruppe? Was ist dein Alleinstellungsmerkmal?
- Kostenlos starten: Baue zunächst eine Community mit kostenlosen Inhalten auf.
- Mehrwert bieten: Exklusive Inhalte, Community-Events oder persönliche Updates machen den Unterschied.
- Netzwerk nutzen: Kooperationen mit anderen Steady-Projekten beschleunigen das Wachstum.
- Transparenz leben: Kommuniziere offen über Ziele, Inhalte und Finanzen.
- Feedback einholen: Beziehe deine Mitglieder aktiv ein, um das Angebot zu verbessern.
Fazit: Steady als nachhaltige Plattform für unabhängige Creator
Steady hat sich als führende deutschsprachige Alternative zu Substack etabliert und bietet Content Creators, Blogger:innen und Podcaster:innen eine rechtssichere, flexible und communityorientierte Plattform zur Monetarisierung. Die Beispiele erfolgreicher Projekte zeigen: Mit Leidenschaft, Spezialisierung und Community-Fokus lassen sich planbare, wiederkehrende Einnahmen erzielen – und das unabhängig von Werbekunden oder Social-Media-Algorithmen.
Paid Newsletter, Podcasts und digitale Communities sind kein kurzfristiger Trend, sondern ein nachhaltiges Modell für die Creator Economy im deutschsprachigen Raum. Wer jetzt startet, profitiert von einer wachsenden Zahlungsbereitschaft, einem starken Ökosystem und der Chance, die eigene Unabhängigkeit als Publisher zu sichern.
Quellen und weiterführende Links:
- https://www.selbstaendig-im-netz.de/artikel/steady-geld-verdienen/
- https://steady.page/de/vs/substack
- https://omr.com/de/daily/substack-deutschlandstart
- https://www.deutschlandfunk.de/plattform-steady-geschaeftsmodell-solo-newsletter-100.html
- https://www.heise.de/hintergrund/Crowdfunding-Geld-verdienen-mit-Steady-Patreon-und-Co-9226951.html
