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Der Online-Handel erfreut sich in der Schweiz grosser Popularität und ist im vorigen Jahr um 10% gestiegen. Dabei kauft man immer mehr hierzulande, während ausländische Anbieter von Billigwaren immer weniger benutzt werden. Schweizer e-Commerce holt auf.

Tolle Neuigkeiten für alle Online-Händler in der Schweiz: Die Schweizerinnen und Schweizer ziehen die heimischen Online-Portale den ausländischen Billiganbietern vor. 2021 liess sich kein Wachstum der Einkäufe bei Alibaba und Wish beobachten, während die Schweizer Anbieter – wie etwa Microspot und Galaxus – immer öfter für Einkäufe genutzt wurden.

Schweizer e-Commerce +10%

Im Allgemeinen wurde ein Anstieg der Online-Einkäufe in der Schweiz um 10% verzeichnet, die Einkäufe aus der Schweiz bei den ausländischen Online-Portalen blieben aber auf dem Niveau des Vorjahres. Diese Erkenntnisse bestätigt eine Marktstudie des GFK in Kooperation mit der Schweizer Post und dem Handelsverband Schweiz. «Der rapide Trend zum Wachstum der Einkäufe bei den asiatischen Billigshops, der zwischen 2015 und 2019 zu beobachten war, ist nunmehr vorbei», teilte das Forschungsinstitut mit.

Patrick Kessler, Geschäftsführer des Handelsverbandes Schweiz nennt dafür drei Gründe. In erster Linie hängt das damit zusammen, dass die Lieferung aus Asien deutlich teurer geworden ist.

Darüber hinaus gibt es durchaus Konsumentinnen und Konsumenten, die von den erhaltenen Waren eine deutlich höhere Qualität erwartet haben. Dazu kommt auch noch der Wunsch vieler Klientinnen und Klienten, die Bestellung so schnell wie möglich nach Hause geliefert zu bekommen. Dies zeigte sich während der Corona-Pandemie besonders deutlich. Die Wartezeiten bei asiatischen Online-Shops sind gewöhnlich lang. «Es wird sich noch zeigen, wie lange diese Stagnation der Einkäufe im Ausland noch hält», behauptete Kessler.

Mehr Shopping im Ausland durch Euro-Franken-Parität

Die aktuelle politische Lage kann unter Umständen dazu führen, dass der Auslandshandel online wieder mal populärer wird. Das hat damit zu tun, dass der Euro im Vergleich zum Schweizer Franken immer billiger wird. Das bedeutet praktisch, dass jeder Einkauf im Ausland für die Schweizerinnen und Schweizer billiger wird, wenn der Euro genauso viel wert ist wie der Schweizer Franken. «Es werden durchaus mehr Konsumentinnen und Konsumente einige Preise im Inland und Ausland vergleichen», so Kessler.

Jedoch bleibt die Hoffnung, dass die Schweizerinnen und Schweizer eine höhere Qualität von Waren erwarten, an die sie sich mittlerweile in den Schweizer Online-Shops gewöhnt haben. «Gut wäre es, wenn es dabei um 2-5% ginge», meinte Kessler.

Online-Handel ist 14,4 Milliarden Franken wert

Im vorigen Jahr hat der Online-Handel in der Schweiz 14,4 Milliarden Franken Umsatz generiert, d.h. fast 10% mehr als 2020. Statistiken zufolge beläuft sich die Gesamtsumme aller Einkäufe in der Schweiz 2021 auf 102,3 Milliarden Franken, was wiederum bedeutet, dass der Anteil des Online-Handels ungefähr 14% beträgt.

Am häufigsten wird die Schweizer Heimelektronik online gekauft. Fast 50% aller Waren dieser Kategorie wurden über das Internet bestellt. «Heutzutage findet sich kaum eine Ware, die ungern im Internet bestellt wird», so Kessler. Die Waren hingegen, die individueller Anpassungen bedürfen wie etwa Brillen etc., werden vergleichsweise seltener im Internet gekauft.

Weniger Online-Handel im Jahr 2022

Obwohl das höchste Wachstum (etwa 27%) des Online-Handels nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie zu beobachten war, war der Anstieg im Jahr 2021 trotzdem sehr markant. Viele Konsumentinnen und Konsumenten fanden es schön, dass man fast alles Mögliche online kaufen kann, und möchten nun auch dran bleiben.

Es wird erwartet, dass dieses Wachstum im Jahr 2022 schon nachlassen wird. So hat es bereits im Januar 2022 ca. 8% nachgelassen. «Wenn man es aber mit Januar 2020 vergleich, als noch kein Anzeichen der Pandemie in der Schweiz vorhanden war, ist es trotzdem extrem viel», meinte Kessler.

Im Bereich Non Food wird es aber 2022 wahrscheinlich zurückgehen. Auch für die Folgejahre werden nur die üblichen Wachstumsraten von 8-10% prognostiziert.

Zahlungsmittel mit plus für Twint, aber die Rechnung bleibt Nr. 1

Was Zahlungsmittel betrifft, so zahlt man in der Schweiz immer noch gern per Rechnung auch im e-Commerce. Neben den Kreditkarten spielt auch Twint eine entscheidende Rolle und ist das zweitbeliebteste Zahlungsmittel in der Schweiz. Für viele Webshops wird es daher in den kommenden Wochen zu notwendigen Anpassungen kommen, damit die Rechnung auf die QR Rechnung umgestellt werden kann bis Ende September. Hier gibt es noch grosses Aufholpotential gerade bei kleineren Shops.

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