Es klingt nach einer Beruhigung, ist es aber nicht: ‘Unsere Daten liegen in der Schweiz.’ Diese Aussage hört man in Verwaltungsräumen und Bürofluren Schweizer Unternehmen häufig, wenn es um die Sicherheit von Cloud-Diensten geht. Die Wahrheit ist: Der physische Serverstandort schützt nicht vor dem US CLOUD Act. Was zählt, ist die Unternehmensgerichtsbarkeit des Anbieters – und Google, Microsoft und Amazon sind US-Unternehmen, egal wo ihre Rechenzentren stehen. Die Digitale Souveränität ist nicht durch reinen Server Standort geregelt.
Die Konferenz der Schweizer Datenschutzbeauftragten (Privatim) hat im Dezember 2025 eine wegweisende Resolution veröffentlicht, die öffentliche Stellen eindringlich vor der Nutzung internationaler SaaS-Plattformen wie Microsoft 365 für sensible Daten warnt. 2026 prägte ein ‘Souveränitäts-Schock’ die Beschaffungsentscheidungen der öffentlichen Verwaltung – mit einer Welle von Ausschreibungen, die spezifisch souveräne Cloud-Attribute verlangen. Was die öffentliche Hand vorlebt, muss die Privatwirtschaft verstehen und strategisch umsetzen.
Dieser Artikel richtet sich an Schweizer Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihre digitale Infrastruktur mit Klarheit beurteilen wollen: Was bedeutet der US Cloud Act konkret? Was fordert das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG)? Welche Optionen stehen zur Verfügung? Und wie kann digitale Souveränität als Wettbewerbsfaktor genutzt werden?
