Barrierefreies Design KMU Digitalisierung Schweiz
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In der heutigen Zeit ist das Internet wichtiger als je zuvor – ein attraktiver Webauftritt schafft sowohl Vertrauen als auch weitere Geschäftsmöglichkeiten. Doch ein nicht unerheblicher Teil aller Menschen kann viele Inhalte gar nicht erst geniessen, weil das Webdesign sie davon ausschliesst. Genau hier kommt ein barrierefreies Design ins Spiel, um auch wirklich allen Nutzern ein einwandfreies Erlebnis zu garantieren.

Wir erklären Ihnen, weshalb es so wichtig ist, auf ein inklusives Design zu setzen, und welche Vorteile auch Sie als Unternehmen davon haben. Wenn Sie nämlich eine barrierefreie Website erstellen, dann erhöhen Sie damit letztlich auch Ihre Reichweite.

Was bedeutet Barrierefreiheit?

Barrierefreiheit ist eigentlich ein Begriff, den die meisten aus dem Alltag kennen. Häufig handelt es sich dabei um Strassen, Gebäude und Produkte, die auch von Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen problemlos genutzt werden können. Das Ziel dabei ist es, Barrieren abzubauen, damit auch wirklich alle Menschen von etwas profitieren können.

Doch auch das Internet soll zu einem barrierefreien Raum werden, um alle Menschen zu inkludieren und gleichbehandeln zu können. Es kann nämlich unzählige Gründe geben, weshalb nicht alle Menschen mit einem bestimmten Design nicht zurechtkommen. Deswegen gewinnt eine barrierefreie Website heute zunehmend an Bedeutung, um diesem Missstand auf positive Art entgegentreten zu können.

Wann wird von einer barrierefreien Website gesprochen?

Barrierefreie Websiten sind keine neue Erfindung. So befasste sich bereits im Jahr 1999 das World Wide Web Consortium (W3C) mit diesem Thema. Bei der Umsetzung hapert es jedoch nach wie vor, obwohl die Anforderungen schon seit langer Zeit relativ klar definiert sind.

Ein barrierefreies Design zeichnet sich nämlich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Wahrnehmbarkeit: Ein einzelner Sinn muss ausreichen, um die Informationen auf der Seite wahrnehmen zu können (in der Regel ist das Sehen, Hören oder Fühlen).
  • Bedienbarkeit: Jeder Mensch muss in der Lage sein, die Website bedienen zu können – auch Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen.
  • Verständlichkeit: Die Informationen sowie Bedienung müssen klar und verständlich sein. Unnötig kompliziertes Design gilt es zu vermeiden.
  • Robustheit: Die Website ist so gestaltet, dass Hilfstechnologien problemlos eingesetzt werden können, die beispielsweise oft von Menschen mit Sehschwäche benutzt werden.

Das mag zunächst nach sehr hohen Anforderungen klingen, doch es gibt mittlerweile viele Hilfstechnologien, die eine praktische Umsetzung erlauben. So gibt es schon seit unzähligen Jahren Text-to-Speech-Funktionen (Screenreader), die etwa den Text vorlesen, um sehschwachen Menschen die Inhalte näherzubringen. Das setzt jedoch wiederum ein barrierefreies Design voraus, welches genau diese Funktion berücksichtigt.

Warum ist Barrierefreiheit im Webdesign so wichtig?

Unternehmen und Menschen profitieren gleichermassen durch barrierefreies Webdesign. Zum einen ermöglicht es allen Menschen die digitale Teilhabe, zum anderen steigt dadurch die Reichweite für das Unternehmen. Sie erweitern auf diese Weise also sogar Ihre Zielgruppe, die dann Ihre Website sowie Dienste problemlos nutzen kann.

Eine Website mit Design ohne Barrieren profitiert sogar von einer besseren Suchmaschinenoptimierung (SEO), weil heutzutage eine gute Bedienbarkeit auf mobilen Endgeräten immer wichtiger wird. Diese haben oft kleinere Bildschirme und limitierte Datentransferraten, weshalb ein barrierefreies Design sehr vorteilhaft ist.

Letztlich ist es aber auch ein wichtiger Schritt in die Zukunft und Sie bewegen sich damit sogar bei rechtlichen Aspekten auf der sicheren Seite. Immer mehr Länder fordern nämlich die Inklusion auch im Web ein.

Barrierefreies Design Webseite

Ist die Barrierefreiheit im Webdesign gesetzlich vorgeschrieben?

Es gibt Vorgaben in der Schweiz, die eigentlich alle Unternehmen einhalten sollten, derzeit aber überwiegend von Staatsorganen umgesetzt werden. Diese Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) beschreiben im Detail alle Anforderungen, die zuvor im Text bereits angesprochen wurden. Sie richten sich aber auch nach den Arten des Angebots, das auf der jeweiligen Seite verfügbar ist, und können unter Umständen lockerer sein als beispielsweise bei Angeboten von offiziellen Behörden.

Wie kann eine Website barrierefrei gemacht werden?

Wenn Sie sich an einige praktische Tipps halten, können Sie mit einigen Schritten ein barrierefreies Design umsetzen. Dabei gilt es immer darauf zu achten, welche Anforderungen in den zuvor genannten Guidelines (WCAG) beschrieben sind und wie man diese möglichst zielgenau erfüllen kann. Sie können das also als eine Checkliste für eine barrierefreie Website ansehen.

Einfache Bedienung

Ein wichtiger Aspekt ist eine einfache Bedienung, die nur mithilfe einer Tastatur erfolgen kann. Oft nutzen sehschwache oder blinde Menschen das Internet – eine Bedienung per Maus oder Touchscreen kommt also nur selten infrage. Eine Navigation per Tab- und Tastenkombinationen sowie der einwandfreie Einsatz eines Screenreaders ist dabei ein absolutes Muss.

Klare Struktur zur Orientierung

Der Nutzer muss in der Lage sein, sich auch ohne visuelle Informationen orientieren zu können. Hierbei steht wiederum die Verwendung eines Screenreaders im Vordergrund, der üblicherweise Probleme damit hat, wenn Tabellen oder iFrames zum Einsatz kommen. Diese  machen die Nutzung der Website für sehbehinderte Menschen praktisch unmöglich.

Schriftgrösse und Kontrast

Ebenso ist es wichtig, auf eine ausreichende Schriftgrösse sowie Kontrast zu achten. Schriftgrösse 10 in Dunkelgrau auf weissem Hintergrund mag vielleicht modisch sein, doch sehschwache Menschen könnten Probleme damit haben. Deswegen sollten Sie stets lieber eine etwas grössere Schrift sowie einen klaren Hintergrund wählen, damit der Text leicht erkennbar ist.

Grafiken mit Text hinterlegen

Barrierefreies Design bedeutet auch, dass die Inhalte komplett verfügbar sein müssen, auch wenn eine Person etwa die Grafiken nicht sehen kann. Dazu hinterlegt man einen vollwertigen und sinnhaltigen Alternativtext, den der Nutzer bei Bedarf abrufen kann. Gleiches gilt für PDF-Dateien, die nicht selten in Texten verlinkt werden, anstatt dessen Inhalte zu beschreiben. Auch dort gilt es, lieber die Inhalte zu beschreiben.

Audio und Multimedia

Dank steigender Bandbreiten und der Digitalisierung kommen immer mehr Audio- und Multimedia-Inhalte zum Einsatz. Diese können je nach Inhalt jedoch sowohl seh- als auch hörbehinderte Menschen ausschliessen. Auch hier sollte dann ein Alternativtext oder eine Transkription von Videos bereitstehen, damit auch wirklich alle Menschen die Inhalte geniessen können.

Fazit

Sie sollten die Barrierefreiheit Ihrer Website nicht als lästige Pflicht ansehen, sondern als zeitgemässes Mittel, um alle Menschen inkludieren zu können. Damit steigern Sie nicht nur Ihren Service, sondern auch Ihre Reichweite sowie Zielgruppe. Letztlich profitieren Sie durch ein zukunftsfähiges Design aber auch von den Vorteilen bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO).

KMU Digitalisierung hilft Ihnen dabei, Ihre Website zu analysieren und ein barrierefreies Design umzusetzen. Dabei greifen wir auf eine jahrelange Expertise im Bereich der Digitalisierung zurück, von der Sie als Kunde umso mehr profitieren können.

Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen Sie sich von uns beraten.

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